SEO

2024: Was bringt uns Erfolg bei Google?

Endspurt für 2023. Aus Search-Sicht ein Jahr voller Entwicklungen, neuen Möglichkeiten, Rekord an Google Core-Updates und auch ein bisschen Wild West.

Was können wir für 2024 erwarten? Was müssen wir tun? Was bringt uns Erfolg? 

Die künstliche Intelligenz

Die ganzen AI-Themen haben dieses Jahr viel Präsenz eingenommen. Sei es, um uns in unserer täglichen Arbeit weiter zu unterstützen, es gab tausende Posts mit hunderten Prompts, die wir nutzen sollen, Angst vor dem Ungewissen, Inhalte mit fragwürdiger Qualität, aber auch Chancen und irgendwo auch eine Bereinigung hin zu mehr Qualität.

Am 30.11.22 ging ChatGPT live und bereits am 5.12.22 hat Google das zweite "Helpful Content Update" ausgerollt. Dieses dauerte ganze 38 Tage. Kein Update danach dauerte jemals so lang. Google reagierte hier u. a. auf Inhalte, die mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden.
Sinn und Zweck dieses Updates ist es, stärker Inhalte zu belohnen, mit denen Websitebesucher zufrieden sind, die ihnen weiterhelfen und Mehrwert bieten. Alle Inhalte, die die Erwartungen der Besucher nicht erfüllen, werden vom Google System schlechter bewertet. Googles Infos dazu unter diesem Link.

Das war Googles erster großer Schritt im Umgang mit Inhalten, die von einer KI erstellt wurden. Diesem Update sollten mehrere folgen. Zuerst hieß es, Google erkennt KI-Inhalte und wird diese schlechter bewerten. Dann entwickelte sich GPT aber so rasant weiter, dass Google gar nicht mehr mit kam. Dann hieß es, es wird eine Art Wasserzeichen oder Erkennungszeichen in KI-Texten geben, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind, aber für Systeme. Erkennt ein System bei Google so einen Text, wird der Inhalt und somit auch die Seite auf der er ist als weniger relevant eingestuft. Dies wiederum bedeutet schlechtere Rankings. Doch auch dies funktionierte nicht so ganz zuverlässig. Danach wurde gesagt, es sei ok, KI erstellte Texte zu verwenden, so lange sie den Lesenden Mehrwert bieten und das gilt bis heute.

Was ist hier zu beachten?

Am Ende ist es doch so: Wenn wir etwas recherchieren, das für uns wichtig ist, wollen wir eine Antwort finden, die unsere Frage beantwortet und auch wahr und aktuell ist. Je nach Thema möchten wir hier ernst genommen werden und keine robotischen Texte lesen. Texte, die uns nicht abholen, sind für uns nicht relevant. Auch mit Plagiaten ist niemandem geholfen. Selbst wenn zwei Texte unterschiedlich klingen, können sie vom Inhalt her gleich sein. Das ist nicht erst seit GPT so. Texte, die einfach nur umgeschrieben oder inhaltlich anders formuliert sind, sind eben Inhalte, die es schon gibt. Hier wurde nichts neues produziert. Es hat sich hierbei im Grunde nichts geändert. Ob man selbst damit fein ist oder nicht, muss jede Person für sich entscheiden und das Risiko eingehen. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, gute individuelle Texte mit Mehrwert, hochwertiger Information und Wahrheit werden in der Google-Welt immer gewinnen. Da kann man nichts falsch machen.

Tipp:

Es müssen auch nicht ständig neue Texte erstellt werden. Schauen Sie sich die an, die Sie schon haben. Prüfen Sie die Rankingposition z. B. in der Google Search Console und wozu diese ranken. Es reicht schon, diese einfach weiter zu optimieren. Genauso verhält es sich mit Texten, die inhaltlich gut, aber nicht mehr so aktuell sind. Passen diese an, bringen Sie diese auf den neusten Stand. Google nennt dies "Freshness". Dadurch nutzen Sie bereits vorhandene Ressourcen und machen sie besser. Klasse statt Masse!

Somit ist die Strategie, um weiterhin gute Rankings zu haben, was Texte angeht, klar.


Aber wir wollen nicht immer nur Texte. Was uns auch weiter hilft in vielen Bereichen sind Videos. Wir konsumieren heute viel Bewegtbild. Sei es zu Produkten, Reviews, bestimmten Themen, die uns beschäftigen, Themen, wo wir mehr erfahren wollen uvm. Solche Inhalte bieten nicht nur Mehrwert, sie können auch das Branding unterstützen. Dabei müssen diese nicht ewig lang sein. Je nach Thema natürlich. Sie sollten aber aufklären. Personen, die das Video angeschaut haben, sollten danach mehr dazu wissen als vor dem Klick auf den Playbutton.

Ein Hebel für 2024

Ich sehe diesen Bereich als wichtigen Part. Dabei muss das Video nicht Tausende kosten. Unsere Smartphones sind mittlerweile so gut, hier lässt sich einiges machen. YouTube Shorts z. B. werden seitens Google vermehrt gepusht. Hier muss nicht alles hoch professionell sein. Es geht um Authentizität und inhaltlichen Mehrwert. Fragen Sie sich, was Sie mit dem Video vermitteln wollen, was ist die Absicht dahinter (z. B. Aufklärung, Updates zu etwas aus Ihrem Bereich, Branding etc). Es geht nicht um Perfektion, sondern um Mehrwert. Wir Deutschen neigen dazu Dinge immer nochmal zu überdenken und noch mal überdenken und noch etwas warten. Erfolg kommt aber von machen. Dazu empfehle ich ein kleines Skript zu schreiben, worum es gehen soll und es hilft auch oft, die ersten Sätze vorzuschreiben, um gut reinzukommen. Manchen hilft auch eine Teleprompter App.

Somit ist hier die Strategie ergänzt: Gute Texte unterstützt von Videos.


Was ist mit Bildern? Fragen Sie sich hier, wie wichtig diese für Sie sind, wenn Sie auf einer Website sind. Was erwarten Sie? Bieten Sie genau das Ihren Websitebesuchern.

Google Ads (SEA)

Auch bei Google Ads gab es einiges an Neuerungen insbesondere in Bezug auf die Möglichkeiten der Anzeigengestaltung, Verwendung von Bildern, sowie auch rund um Performance Max. Googles komplette Auflistung aller Änderungen in SEA, gibt es hier.


SEA ist auch einfach ein Bereich, der viel Spaß macht, da man mit verschiedenen Budgetvolumina tolle Ergebnisse erzielen kann. Oft hat SEA den Ruf, dass dies nur mit hohen Budgets funktioniert. Doch es hängt auch noch an anderen Dingen, wie ich hier im Kurzvideo beschrieben habe (Link).

Mehrwert ziehen durch die Kombi mit SEO
Ich empfehle auch immer SEO und SEA zusammen zu machen und auch aus einer Hand. Warum? Weil beide gute Synergie-Effekte haben, schnellere Learnings bieten, die Marketingmaßnahmen in der Suchmaschine einfach rund machen und ein Gesamtbild bieten, das man nicht hat, wenn beide von unterschiedlichen Parteien oder Teams betreut werden. Die beste Abstimmung untereinander kann niemals den Mehrwert des Workflows ersetzen, den man hat, wenn beides aus einer Hand kommt. Das war schon vor 15 Jahren so und hat sich nicht geändert. Im Gegenteil, alles wird so viel komplexer und schneller. Hier ist ein 360 Grad Blick maßgebend für den Erfolg.

Status Quo Google SGE

Was gibt es hier neues? Die Beta-Phase von SGE soll diesen Monat enden. Google hat im November etwas an der Optik gedreht. Der AI-Bereich ist nicht mehr farblich hervorgehoben:


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SEA und SGE

Google Anzeigen sind jetzt voll integriert und liegen über diesem, ganz oben auf der Suchergebnisseite.

Dies bleibt gleich wie bisher, was klar war. Money counts 😉


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Meiner Meinung nach ist der AI-Bereich jetzt etwas zurückhaltender dargestellt als noch vor ein paar Monaten. Dennoch versucht Google umso mehr, User auf ihrer Seite zu halten und möglichst viel Interaktion dort stattfinden zu lassen. 


Speziell bei transaktionalen Suchanfragen, sprich Suchanfragen nach Produkten oder mit Kaufabsicht, sieht Google immer mehr wie ein Preisvergleich aus. Das macht es für den eCommerce nicht leicht und noch umkämpfter. Hier müssen Shops kreativ sein, mehr als je zuvor.


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Die Befürchtung in der SEO-Branche, Webseiten verlieren dadurch an Traffic (Webseitenbesuchern) ist nachvollziehbar. Am Ende wollen wir aber Traffic auf unsere Website, der uns etwas bringt. Wenn ich das Bild hierüber anschaue, sehe ich für SEO viele Chancen. Am Ende ist es immer Ansichtssache, wie bei dem gefüllten Glas.

Wie funktioniert SGE?

Letzte Woche machte auch die Meldung zu Googles angemeldeten Patent für SGE die Runde. Dieses ist öffentlich nachlesbar und diverse Blogs griffen dies auf. Der Post auf X (ehemals Twitter) war eine der Ersten (Link mit Bild).


Dabei soll einem beim Lesen des Patents klar werden, wie SGE tickt und wann z. B. auch Webseiten als Snapshots im AI-Bereich angezeigt werden. Hier setzt Google verschiedene Large Language Models (LLM) ein.


Diese sind Deep-Learning-Modelle, welche mit riesigen Textdaten trainiert wurden. LLMs können Sprachen übersetzen, Texte zusammenfassen und Suchmaschinen und Empfehlungssysteme ergänzen. PaLM 2 ist das LLM der nächsten Generation von Google, das auf dem Legacy-Forschungskonzept von Google für maschinelles Lernen und verantwortungsbewusste KI basiert. Je nach Suchanfrage und Userintention kommen verschiedene LLM zum Einsatz oder auch kombiniert. Diese entscheiden dann, welche Webseiten als Snapshot im AI-Bereich erscheinen.


Beim Lesen des Patents finde ich es jedoch nicht so eindeutig erklärt. Dort steht zwar wie LLM arbeiten, aber woran sie nun exakt entscheiden, welche Website ein Snapshot wird, habe ich dort nicht im Detail herauslesen können. Dass man also nach lesen des Patens den vollen Überblick dazu hat, wäre ja auch etwas einfach.


Google sagte jedoch eine wichtige Sache dazu: Nicht nur, dass hochwertige Inhalte extrem relevant für das Ranking sind (wie ich oben schon beschrieben habe), insbesondere der Bereich zu „konversationellen Suchanfragen“ wird mehr an Bedeutung bekommen. Diese sind Suchanfragen, die nicht nur aus ein paar Wörtern bestehen, wie z. B. "Winterjacke Damen Gr. 36". Sondern in ganzen Sätzen sind, wie z. B. "Welche ist die beste Winterjacke für Damen in Größe 36". Das bedeutet, wir können und sollten unsere Inhalte so erstellen, dass sie hier Fragen und Themen gut beantworten = gut strukturierte Texte, Aufzählungen, gute Gliederung, das Thema auf den Punkt gebracht. Somit könnte ein Text erstellt werden mit der Überschrift "Die beste Winterjacke für Damen". Der Text beschreibt diese dann. Hier wäre beispielsweise auch Programmatic SEO interessant. Dazu hatte ich schon mal etwas geschrieben. Genauer erklärt ist es in diesem Video (Link).


Dazu muss man sich vorher Gedanken machen, Ideen sammeln, recherchieren was die Zielgruppe an Infos braucht, welche Fragen sie sich dazu stellt und welche Unterthemen ein Thema haben kann. Winterjacken für Damen lassen sich noch weiter runterbrechen. Auch sollte geschaut werden, wie die aktuelle Rankingsituation zu dem Thema oder Produkt ist = die Top 3 Webseiten einmal genau anschauen und es noch besser machen. Zur kreativen und strukturellen Unterstützung kann hier GPT als Assistent gut dienen.


Auch hier gilt, das Ergebnis von GPT ist nur so gut wie der Prompt, den wir verfassen. Das ist wie mit kochen. Das Gericht ist nur so gut, wie die Zutaten und die Person diese gekocht hat. Von allein zaubert sich da kein gutes Essen.

Fazit

2024 bleibt also anspruchsvoll. Inhalte müssen Mehrwert liefern für gute Rankings, wie zu erwarten. Leute, die Anfang des Jahres noch dachten oder sagten, GPT wird hier alles übernehmen, hatten natürlich Unrecht. Klar ist der Gedanke, dass jetzt alles eine Maschine macht, für 20 Dollar im Monat in Minutenschnelle, verführerisch. Aber wir alle wissen, dass das so einfach nicht geht. Es braucht schon etwas mehr, wir brauchen etwas mehr.

Das klärt sich auch alles mit der Zeit. Google z. B. ist technologisch so weit, sie haben gar kein Interesse daran ihre Suchergebnisse mit Mittelmaß und sich wiederholenden Inhalten nur in anderer Formulierung zu befüllen. Das würde ihnen über die Zeit Relevanz nehmen und somit würden sie langfristig an Bedeutung verlieren. Überlegen Sie sich immer was sie erwarten und brauchen von einem Inhalt und geben Sie das an Ihre Zielgruppe weiter.

In diesem Jahr gab es 10 offizielle Google-Updates, im Dezember soll noch eines folgen. Wer aber wertvolle Inhalte hat und eine gut funktionierende Website, braucht sich bei Updates keine Sorgen zu machen. Gute SEO- und auch SEA-Arbeit wird nur belohnt, damit kann man nicht verlieren. Sie ist jedoch auch kontinuierlich notwendig. Auf der Google-Suchergebnisseite gut aufgestellt zu sein, erfordert Arbeit und auch Investment.

Dazu stellen sich dann natürlich Fragen wie:
  • Was wird SEO zukünftig kosten?
  • Wie kann ich weiter gute Texte schreiben und GPT unterstützend nutzen?
  • Wenn Google Ads weiter so relevant bleibt, ist dies relevant für mich und kann ich dieses auch mit einem kleineren Budget effizient einsetzen?

Bei IOM haben wir auf diese und weitere Fragen nicht nur die Antworten, sondern auch bereits Lösungen entwickelt für unterschiedliche Unternehmensgrößen und Bedürfnisse (Link zu den Lösungsstufen).

Next Steps

Wenn Sie Lust haben, lassen Sie uns gerne einmal miteinander sprechen und dann schauen wir gemeinsam was für Sie machbar ist. Keine Scheu, Sie können nur gewinnen.

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Bildquelle Header Blogartikel: istockphoto.com/de/portfolio/AntonioSolano

Autorin


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Mein Name ist Kathrin Siemokat und ich bin Gründerin und CEO von IOM Agency. Seit Anfang 2005 bin ich in SEO tätig, seit 2006 mache ich SEA. 2007 kamen Social & Co. dazu. Heute kenne ich mich in allen Digital-Kanälen aus und freue mich, seit über einem Jahrzehnt Unternehmen hier zu unterstützen. Meine große Liebe ist jedoch Search, deshalb widme ich mich in diesem Blog überwiegend Themen rund um SEM (SEO, SXO und SEA).